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Wolfgang Reiches Rückkehr in ein anderes Deutschland – Zeitzeugenberichte zum 9. November 1989

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Zeitzeuge Wolfgang Reiche heute.
© Wolfgang Reiche

Als Wolfgang Reiche am Abend des 9. Novembers 1989 in Berlin ankam, ahnte er nicht, welches bedeutsame Ereignis er hautnah erleben würde. Der begeisterte Radfahrer, dem 1964 die Flucht in den Westen gelungen war, befand sich mit seinem Cousin auf der Rückreise von einer fünfmonatigen Radtour entlang der chinesischen Seidenstraße.
Den Jubel, den er bei der Durchfahrt am Bahnhof Friedrichstraße hörte, hielt er zunächst für Jubel über den Sieg eines Sportklubs. Erst nach seiner Ankunft am Bahnhof Zoo hinter der Grenze wurde ihm klar, was geschehen war. Die Mauer, die Deutschland fast dreißig Jahre lang geteilt hatte, war durchbrochen worden. Wolfgang Reiche und sein Cousin stellten ihre Fahrräder ab, schlossen ihr Gepäck ein und ließen sich von den begeisterten Menschenmengen auf dem Ku‘damm mitreißen. Er sagte später über diese Erfahrung: „Das ist einfach ein Erlebnis im Leben, was man nie vergisst und was einen immer wieder begleitet.“
Auch 36 Jahre nach dem Mauerfall bleibt die Geschichte durch Zeitzeugenberichte wie den von Wolfgang Reiche lebendig und erfahrbar. Er und weitere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum 9. November 1989 können über ihre Profile auf dem Portal www.zeitzeugenbuero.de angefragt werden.