Zeitzeuge

Günter F. Toepfer

Berlin, Berlin
* 1941

Vom Kriegskind zum Ordensritter

Themen
  • politische Haft
  • Volksaufstand 17. Juni 1953
  • Mauerbau 13. August 1961
  • Flucht/Fluchthilfe
  • Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1941 geboren in Magdeburg
Zeuge des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in Jena
1960 Abitur in Ost-Berlin
19601961 Studium an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) in Weimar
19611962 Stasihaft in Berlin-Hohenschönhausen und Berlin-Rummelsburg
19621964 Hilfsarbeiter im Zementwerk Berlin-Rummelsburg
19641969 Fortsetzung des Studiums in Weimar und Abschluss als Diplomingenieur
19691978 Ausbildung von Bauingenieuren an der Ingenieurschule für Bauwesen in Berlin
19781990 Bauleiter und Oberbauleiter im Gesundheitswesen in Berlin-Lichtenberg
19901999 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses neben der Tätigkeit als Bauleiter
und -sachverständiger im Bezirksamt Berlin-Lichtenberg
2006 Ausscheiden aus dem Berufsleben
2011 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande

Kurzbeschreibung

Die Grundschulzeit erlebte ich in Jena und dort auch ganz intensiv den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Ab 1955 wohnte ich in Ost-Berlin.
Nach dem Abitur 1960 begann ich ein Studium an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar.
Der Bau der Berliner Mauer veranlasste mich, gemeinsam mit einem Freund die Flucht nach West-Berlin zu planen. Die Pläne flogen auf und ich wurde 1961 bis 1962 als politischer Häftling in den Gefängnissen Hohenschönhausen und Rummelsburg inhaftiert. Mehr als ein halbes Jahr musste ich in Isolationshaft verbringen.
Im Umbruchsjahr 1990 war ich Kommunalvertreter in Berlin-Lichtenberg und anschließend für zwei Legislaturperioden Mitglied des Gesamt-Berliner Parlaments. Seit dieser Zeit betreue ich ehrenamtlich die sogenannten „Wolfskinder“ (deutsche Kriegskinder) in Litauen. Dabei gelangen mir Familienzusammenführungen von Geschwistern.
Für mein Engagement wurde ich 2001 mit dem estnischen Verdienstorden „eesti punase riisti“, 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2014 mit dem Ritterkreuz Litauens ausgezeichnet.

Podiumsgespräch mit Günter F. Toepfer: 70 Jahre danach – Zeitzeugen erinnern sich an den 17. Juni 1953

Aus welchen Gründen und mit welchen Forderungen begehrte die DDR-Bevölkerung auf? Wie haben Zeitzeugen die Ereignisse erlebt? Wie beeinflusste der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 die Entwicklung der noch jungen DDR? Welche Wahrnehmung gab es in der Bundesrepublik und wie gestaltet sich die Erinnerung heute? Diese und weitere Fragen wurden im Podiumsgespräch am 16.05.2023 in der Bundesstiftung Aufarbeitung diskutiert.